{"id":948,"date":"2018-02-03T16:42:27","date_gmt":"2018-02-03T16:42:27","guid":{"rendered":"http:\/\/burgspiele-altleiningen.net\/?page_id=948"},"modified":"2018-02-03T17:57:27","modified_gmt":"2018-02-03T17:57:27","slug":"2016-dramatische-komoedie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/burgspiele-test.net\/?page_id=948","title":{"rendered":"2016 &#8211; Die Baronin und die Sau"},"content":{"rendered":"<h6 style=\"text-align: center;\">&#8222;Dramatische Kom\u00f6die&#8220;<\/h6>\n<p><em>Quelle: Verlag: Die Rheinpfalz &#8211; Unterhaardter Rundschau &#8211; Nr. 243, Dienstag, 18. Oktober 2016<\/em><\/p>\n<h6 style=\"text-align: center;\">Anja G\u00f6\u00dfling und Susanne Rechner von den Burgspielen Altleiningen<br \/>\ngl\u00e4nzen in der Satire \u201eDie Baronin und die Sau\u201c (Anja Benndorf)<\/h6>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine dreifache Premiere war am Samstagabend im Theater der Burgspiele Altleiningen zu erleben: die des St\u00fcckes &#8222;Die Baronin und die Sau&#8220; von Michael Mackenzie, die der ersten Herbstvorstellung in der 36-j\u00e4hrigen Geschichte der Amateurschauspielgruppe und die eines anschlie\u00dfenden Sektempfangs f\u00fcr die G\u00e4ste. Vor 250 Besuchern im ausverkauften Saal gl\u00e4nzten Anja G\u00f6\u00dfling und Susanne Rechner mit ausgezeichneter Leistung auf der B\u00fchne.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-679 alignright\" src=\"https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/baronin1-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/baronin1-225x300.jpg 225w, https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/baronin1-203x270.jpg 203w, https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/baronin1.jpg 266w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/p>\n<p>&#8222;Nach dem bedauerlichen Verlust unseres nunmehr dritten Dienstm\u00e4dchens in diesem Jahr&#8220;, erkl\u00e4rt die Baronin (G\u00f6\u00dfling), suche sie ein neues. Dabei wolle sie eine besondere soziale Verantwortung \u00fcbernehmen und zeigen, dass &#8222;selbst ein Gesch\u00f6pf aus der niederen Klasse in ein ordentliches, gesittetes Wesen mit Manieren verwandelt werden kann&#8220; &#8211; wobei es ihr weniger um den zu sozialisierenden Menschen geht als darum, von anderer Seite f\u00fcr ihre Tat bewundert zu werden.<\/p>\n<p>In der um 1900 spielenden Groteske startet die Adelige ein Kaspar-Hauser-Experiment: Sie nimmt ein in einem Schweinestall aufgewachsenes M\u00e4dchen (Rechner) bei sich auf und versucht es, zu ihrer Zofe zu machen. Das verwilderte Findelkind, das die Baronin nach Jean-Jacques Rousseaus Werk &#8222;Emil oder \u00dcber die Erziehung&#8220; Emilie tauft, entpuppt sich aber als schwieriger Fall.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-677 alignleft\" src=\"https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/baronin-sau1-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/baronin-sau1-225x300.jpg 225w, https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/baronin-sau1-203x270.jpg 203w, https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/baronin-sau1.jpg 319w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/>Das vor sich hin grunzende, stets an Essen denkende und alles w\u00f6rtliche nehmende M\u00e4dchen bringt die Freifrau immer wieder an den Rand des Nervenzusammenbruchs. Es ergeben sich urkomische Szenen, etwa durch die wiederholten Missverst\u00e4ndnisse oder als sich Emilie gegen den Juckreiz ausgiebig am Tischbein reibt. Oder auch, als sie das Besteck untersucht, dabei beschn\u00fcffelt und anleckt und dann ein lustiges Spiel entwickelt, bei dem die L\u00f6ffel nacheinander ger\u00e4uschvoll auf dem Boden landen.<\/p>\n<p>Das Publikum lacht herzhaft und applaudiert ausgiebig daf\u00fcr, dass die beiden b\u00fchnenerfahrenen Akteurinnen in ihren Rollen voll aufgehen.<\/p>\n<p>Bis ins Detail authentisch mimt Anja G\u00f6\u00dfling die feine Dame, der zun\u00e4chst nur \u00c4u\u00dferlichkeiten, die Wahrung der Etikette, wichtig sind, im Lauf der Zeit aber zunehmend Einblicke in ihr Innerstes gew\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Nicht weniger \u00fcberzeugend stellt Susanne Rechner die anfangs etwas d\u00fcmmliche, in Respekt vor der Herrin erstarrende, sp\u00e4ter langsam aufbl\u00fchende Jugendliche dar, <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-676 alignright\" src=\"https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/baronin-gruppe5-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/baronin-gruppe5-300x225.jpg 300w, https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/baronin-gruppe5-360x270.jpg 360w, https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/baronin-gruppe5.jpg 472w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>die schlie\u00dflich zu einer Freundin ihrer Arbeitgeberin wird.\u00a0 Dabei f\u00fchrt Emilie der Baronin schonungslos vor Augen, wie sie mit anderen Menschen umgeht. Paradebeispiel daf\u00fcr ist die Passage, in der die Freifrau ihrer Zofe beibringen will, wie G\u00e4ste zu empfangen sind. Sie soll nach einem braven Knicks und der Frage &#8222;Wen bitte darf ich melden?&#8220; zur Baronin gehen, die dann von Fall zu Fall entscheiden will, ob sie f\u00fcr den jeweiligen Besucher zu sprechen ist oder nicht. &#8222;Heuchlerin!&#8220;, wirft das Dienstm\u00e4dchen ihr daraufhin vor. Emilie er\u00f6ffnet ihrer Herrin aber auch den Zugang zur Sch\u00f6nheit der Natur.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-675 alignright\" src=\"https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/baronin-gruppe4-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/baronin-gruppe4-225x300.jpg 225w, https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/baronin-gruppe4-203x270.jpg 203w, https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/baronin-gruppe4.jpg 319w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/p>\n<p>Andererseits bringt die Baronin der Sau Kulturgut nahe, zeigt ihr Tanzschritte und singt mit ihr &#8222;Br\u00fcderlein fein&#8220; aus dem romantischen, 1826 uraufgef\u00fchrten Zauberm\u00e4rchen &#8222;Bauer als Million\u00e4r&#8220; von Ferdinand Raimund.<\/p>\n<p>In Szene gesetzt wird die Kom\u00f6die, die eigentlich ein Drama ist, vor simpler, aber effektvoller Kulisse. Ein schwarzes Podest, auf das von zwei Seiten kurze Treppen hinauff\u00fchren, dient ebenso als Fu\u00dfboden wie als Tisch oder Bett. Die Holz-Stufen sind mitunter auch mal St\u00fchle. An der drehbaren Wand h\u00e4ngt je nach Bedarf nichts oder ein Spiegel mit Hutablage. Letzterer kommt in dem Zwei-Akter besondere Bedeutung zu. Denn liegt dort ein Zylinder, ist dem Publikum klar, dass der &#8211; ansonsten unsichtbare &#8211; Baron anwesend ist.<\/p>\n<p>Langsam schwant dem Zuschauer, weshalb die Dienstm\u00e4dchen nie lange bleiben und warum Emilie letztlich zu einer drastischen Ma\u00dfnahme greift.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Dramatische Kom\u00f6die&#8220; Quelle: Verlag: Die Rheinpfalz &#8211; Unterhaardter Rundschau &#8211; Nr. 243, Dienstag, 18. 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