{"id":1073,"date":"2018-02-10T14:14:07","date_gmt":"2018-02-10T14:14:07","guid":{"rendered":"http:\/\/burgspiele-altleiningen.net\/?page_id=1073"},"modified":"2018-02-10T15:45:46","modified_gmt":"2018-02-10T15:45:46","slug":"2012-kein-gedanke-an-laientheater","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/burgspiele-test.net\/?page_id=1073","title":{"rendered":"2012 &#8211; Kein Gedanke an Laientheater"},"content":{"rendered":"<h6 style=\"text-align: center;\"><em><strong>&#8222;Kein Gedanke an Laientheater&#8220; (Roland Happersberger)<\/strong><\/em><\/h6>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Quelle: Verlag: DIE RHEINPFALZ, Publikation: Unterhaardter Rundschau, Dienstag, 21. Februar 2012<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h6 style=\"text-align: center;\"><\/h6>\n<h6 style=\"text-align: center;\">ALTLEININGEN:<br \/>\nDas Theatercaf\u00e9 der Altleininger Burgspiele bietet Pointen ohne Pause<br \/>\n&#8211; Bewundernswertes Spiel<\/h6>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eAch, was hab&#8216; ich gelacht!\u201d S\u00e4tze wie dieser waren nach dem Theatercaf\u00e9 der Alteininger Burgspiele am Samstag &#8211; und sicher auch nach der zweiten Vorstellung am Sonntag &#8211; mehr als einmal zu h\u00f6ren: H\u00f6chst zufrieden war das Publikum mit der von Anja G\u00f6\u00dfling und Alexander Maier inszenierten literarisch-musikalischen Revue \u201eHam Se nich ne Frau f\u00fcr mich?\u201d Bewundernswert war nicht nur das Spiel der sieben Akteure, genauso mitrei\u00dfend, abwechslungsreich und auf den Punkt getroffen war auch die Textzusammenstellung gelungen.<br \/>\nAls ungemein tragf\u00e4hig erwies sich Anja G\u00f6\u00dflings Grundidee: Den Rahmen bilden Dialoge aus einem Speed-Dating-Caf\u00e9. Das, so muss man wissen, ist eine Beziehungsanbahnungseinrichtung, in denen zuf\u00e4llig zusammengebrachte Paare innerhalb einer definierten kurzen Frist herauszufinden haben, ob sie was miteinander anzufangen wissen oder es besser bleiben lassen. Angeregt wurden diese Szenen durch den Film \u201eShoppen\u201d von Ralf Westhoff.<\/p>\n<figure id=\"attachment_654\" aria-describedby=\"caption-attachment-654\" style=\"width: 458px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-654 \" src=\"https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/theatercafe12-paar1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"458\" height=\"305\" srcset=\"https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/theatercafe12-paar1-300x200.jpg 300w, https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/theatercafe12-paar1.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 458px) 100vw, 458px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-654\" class=\"wp-caption-text\"><em>Martin Steinmetz und Susanne Recher<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p>Die wiedergegebenen Zwiegespr\u00e4che wirkten weniger durch plakative Komik. Quelle des Vergn\u00fcgen war eher die Art, wie gewisse Typen sich durch ihre eigenen Worte blo\u00dfstellen, pointiert Grunds\u00e4tzliches zeigen: \u201eDu bist Single, weil du Anspr\u00fcche hast.\u201d Hier fanden Anja G\u00f6\u00dfling und Alexander Maier, Susanne Rechner und Martin Steinmetz, Manuela Spie\u00df und Oliver Kesberger in wechselnder, stets heterosexueller Paarung zu nuancenreichem, verhaltenem Spiel, unterst\u00fctzt von Gerlinde Rechner als Wirtin des Caf\u00e9s. Geschickt hob die Lichtregie die jeweils Sprechenden hervor, r\u00fcckte sie in eigenes Licht, wenn sie sich einzeln oder paarweise von ihren Caf\u00e9st\u00fchlen erhoben, um Gedichte oder Chansons zu bringen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_655\" aria-describedby=\"caption-attachment-655\" style=\"width: 477px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-655 \" src=\"https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/theatercafe12-paar2-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"477\" height=\"318\" srcset=\"https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/theatercafe12-paar2-300x200.jpg 300w, https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/theatercafe12-paar2.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 477px) 100vw, 477px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-655\" class=\"wp-caption-text\"><em>Alexander Maier mit Anja G\u00f6ssling<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p>Es ist unm\u00f6glich, alles im Einzelnen nachzuzeichnen. Manches ist altbekannt. Wilhelm Busch beginnt: \u201eDie Liebe war nicht geringe\u201d &#8211; um das Ehepaar am Ende dumpf beieinandersitzen zu lassen: Er \u201eliest in der K\u00f6lnischen Zeitung\u201d. Sie widmet sich mit Stricknadeln \u201edes Strumpfes Bereitung\u201d. Vieles stammt aus der Zwischenkriegszeit, als eine im Krieg leiblich und seelisch maltr\u00e4tierte Jugend der Liebe begegnen sollte, der Zeit von K\u00e4stners \u201eSachlicher Romanze\u201d und der Liebesgedichte Bert Brechts. Auch hier wechselte Schabernack mit tieferer Bedeutung. Ringelnatz, M\u00fchsam sind Autoren dieser Zeit, doch auch Gotthold Ephraim Lessing und Jacob Michael Reinhold Lenz, Robert Gernhardt und Heinz Erhardt wissen \u00fcber Liebe einiges zu sagen. Streckenweise sind Kurzgedichte verschiedener Autoren so dicht montiert, dass die Pointen einander jagen, dann geben l\u00e4ngere Chansons Ruhepunkte: Das Programm ist so abwechlungsreich, dass der Zuschauer immer gespannt bleibt, und die allermeiste Zeit so sch\u00f6n und klug gespielt, dass kein Gedanke an Laientheater aufkommt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_656\" aria-describedby=\"caption-attachment-656\" style=\"width: 488px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-656 \" src=\"https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/theatercafe12-paar3-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"488\" height=\"325\" srcset=\"https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/theatercafe12-paar3-300x200.jpg 300w, https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/theatercafe12-paar3.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 488px) 100vw, 488px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-656\" class=\"wp-caption-text\"><em>Manuela Spie\u00df und Oliver Kesberger<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p>Beobachten wir die Akteure in jenen Solos, in denen sie vielleicht am st\u00e4rksten waren: Martin Steinmetz fachte das Vergn\u00fcgen mit dem Couplet \u201eHam Se nich ne Braut f\u00fcr mich?\u201d gekonnt an, gab mit Augenzwinkern den Naiven. Ein reines Vergn\u00fcgen war Oliver Kesberger als unbefangener \u201esch\u00f6ner Sigismund\u201d aus der Operetten-Revue \u201eIm wei\u00dfen R\u00f6\u00dfl\u201d. Geradezu beklemmend r\u00fchrend sang Manuela Spie\u00df \u201eWie hab ich nur leben k\u00f6nnen ohne dich\u201d aus dem Lilian-Harvey-Film \u201eIch und die Kaiserin\u201d.<\/p>\n<figure id=\"attachment_651\" aria-describedby=\"caption-attachment-651\" style=\"width: 394px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-651 \" src=\"https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/theatercafe12-damen-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"394\" height=\"591\" srcset=\"https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/theatercafe12-damen-200x300.jpg 200w, https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/theatercafe12-damen-180x270.jpg 180w, https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/theatercafe12-damen.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 394px) 100vw, 394px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-651\" class=\"wp-caption-text\"><em>Die drei Damen<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p>Susanne Rechner brachte &#8211; in jeder Silbe geschliffen &#8211; eine absurde Ballade von Kurt Schwitters zum Besten, die mit den sch\u00f6nen Zeilen beginnt \u201eEs war einmal ein Mann, der gung \/ in eines Flusses Niederung\u201d. Im weiteren Verlauf geht es um die Verf\u00fchrungstricks einer Dame ohne Unterleib, ihres Zeichens Wassernixe. Alexander Maier nahm sich mit Ironie des massenm\u00f6rderischen Georg-Kreisler-Chansons \u201eBidla Buh\u201d an und Anja G\u00f6\u00dfling erz\u00e4hlte in einer keinen Widerspruch und keinen Moment der Unaufmerksamkeit duldenden Vortragsintensit\u00e4t vom begierig-br\u00fcnstig-suchend durch den Wald streifenden Wildeber, der &#8211; darin lag die komische Wirkung des Gedichts von Christian Maintz &#8211; die endlich nahende Wildsau mit verlegenen, von Oliver Kesberger gesprochenen, Worten anmacht, die eher zu einem Sozialp\u00e4dagogikstudenten von 1985 gepasst h\u00e4tten.<br \/>\nSchlie\u00dflich gab&#8217;s noch, vom ganzen Ensemble strophenweise vorgetragen, Kurt Tucholskys ber\u00fchmtes Gedicht \u00fcber das, was sich nach Ende eines Liebesfilms im Leben der Protagonisten wahrscheinlich zutragen w\u00fcrde. Dann sprach Gerlinde Rechner die nicht minder ber\u00fchmten Schlussworte: \u201eUnd darum wird beim happy end im Film jew\u00f6hnlich abjeblendt.\u201d<\/p>\n<figure id=\"attachment_657\" aria-describedby=\"caption-attachment-657\" style=\"width: 474px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-657 \" src=\"https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/theatercafe12-schlussbild-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"474\" height=\"316\" srcset=\"https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/theatercafe12-schlussbild-300x200.jpg 300w, https:\/\/burgspiele-test.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/theatercafe12-schlussbild.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 474px) 100vw, 474px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-657\" class=\"wp-caption-text\"><em>Schlussapplaus<\/em><\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Kein Gedanke an Laientheater&#8220; (Roland Happersberger) &nbsp; Quelle: Verlag: DIE RHEINPFALZ, Publikation: Unterhaardter Rundschau, Dienstag, 21. 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